Landshut
Die Stadt an der Isar

Landshut ist eine kreisfreie Stadt, die sowohl zu Ost- als auch zu Südbayern zählt. Sie ist Sitz der Regierung von Niederbayern und der gleichnamigen Gebietskörperschaft, des Bezirks Niederbayern. Des Weiteren ist sie Verwaltungssitz des Landkreises Landshut. Mit 69.220 Einwohnern[2] (Stand 31. Dezember 2015) ist Landshut vor Passau und Straubing die größte Stadt des Regierungsbezirks sowie nach Regensburg die zweitgrößte Stadt Ostbayerns. Im bayernweiten Vergleich der Einwohnerzahlen liegt sie auf Rang 12 (Stand: 31. Dezember 2005). Landshut ist nordöstliches Zentrum der im Mai 2007 geschaffenen Europäischen Metropolregion München.
Das Oberzentrum an der Isar wird wegen der im Stadtwappen zu sehenden drei Helme gelegentlich auch Dreihelmestadt genannt. Die Landshuter Hochzeit ist eine überregional bekannte Veranstaltung der Stadt, bei der alle vier Jahre die Heirat des bayrischen Herzogs Georg des Reichen und Hedwigs nachgespielt wird. Landshuts wertvolles gotisches Stadtbild mit vielen Baudenkmälern und vorindustriellen Bauensembles, der Burg Trausnitz und der Martinskirche, deren Turm der höchste Backsteinturm der Welt ist, sind weit über Niederbayern hinaus von großer kulturhistorischer Bedeutung.

Landshuter Hochzeit
ein historisches Fest

Das Fest wird zur Erinnerung an die im Jahre 1475 in Landshut erfolgte Heirat des bayerischen Herzogs Georgs des Reichen mit Hedwig Jagiellonica, der Tochter des polnischen Königs Kasimir IV. Jagiełło, gefeiert. Die Hochzeit war auch politisch von großer Bedeutung, denn in der Verbindung der beiden Geschlechter sah man ein starkes Bündnis gegen die Macht der Osmanen.
Der Heirat gingen im Jahr 1474 intensive Gespräche der beiden Fürstenhäuser voraus, die Ehe wurde in Krakau durch Gesandtschaften ausgehandelt. Ehen unter Adligen waren damals weniger Liebesheiraten, sondern meist politisch motivierte Verbindungen. Die Brautfahrt der 18-jährigen Hedwig begann im Herbst des darauffolgenden Jahres. Sie dauerte zwei Monate und führte auf den damals schlecht ausgebauten Handelsstraßen unter anderem über Berlin, Wittenberg, Leipzig, Altenburg, Zwickau, Oelsnitz/Vogtl. und unter Änderung der geplanten Reiseroute über Eger und Regensburg, einen Umweg nehmend nach Nürnberg, bevor Hedwig mit ihrem Brautführer, Otto II. von Neumarkt, in Landshut eintraf. Hier wurde die Eheaspirantin durch angereiste Fürsten und Bischöfe herzlich empfangen. Der Kurfürst von Brandenburg, Albrecht Achilles, verglich die Hochzeit mit einer göttlichen Fügung zum Nutzen von Christenheit und Reich.
Das Brautpaar wurde vom Salzburger Erzbischof Bernhard von Rohr an der die Stadt dominierenden Pfarrkirche St. Martin getraut. Anschließend führte der Brautzug durch die Altstadt zum Rathaus. Dort geleitete der Kaiser Friedrich III. die Braut zum Hochzeitsreigen. Es wird berichtet, dass zehntausend Gäste bei diesem Ereignis anwesend waren, tranken, tanzten und sich beim Ritterturnier vergnügten.
Die mehrtägigen, aufwändigen Feierlichkeiten sind sehr detailliert von Chronisten festgehalten worden. In einer Zeit erwachenden Nationalstolzes im Deutschen Reich wurde der Prunksaal des Landshuter Rathauses um 1880 renoviert; Münchner Künstler bemalten dabei die Wände mit Szenen der Landshuter Hochzeit 1475. Diese Motive gefielen und brachten Bürger auf den Gedanken, das historische Geschehen nachzuspielen. Zu diesem Zweck wurde 1902 der Verein Die Förderer e. V. gegründet, der schon ein Jahr später den Brautzug zum ersten Mal öffentlich vorführte.

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